Impulse: Tauschen, Leihen, Teilen oder Reparieren statt Kaufrausch und Wegwerfen

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Warum nicht die Sachen, die wir nicht mehr verwenden (Kleidung, Bücher und was sonst noch alles), einfach mal gegen andere Dinge eintauschen, die wir gerade brauchen können?

Wenn man sich diese Frage zum ersten Mal stellt und nachschaut, wo getauscht werden kann, stellt man schnell fest, dass die Idee nicht neu ist und schon gar nicht veraltet. Tauschen hat bei der Menschheit in vielen Kulturen schon eine lange Tradition. Tatsächlich widmen sich Forscher diesem Thema und gehen z.B. der Frage nach, warum Geld und Tauschringe nebeneinander existieren und letztere nicht durch das Geld obsolet werden. Ein wichtiger Grund besteht darin (und deshalb schafft es das Thema auch endlich in meinen Blog), dass Tauschringe soziale Beziehungen fördern. Da geht es um Wert und Gegenwert, um Geben und Nehmen, um Ansehen und Vertrauen.

Wie wichtig der Aspekt der Fairness und von Wert und Gegenwert beim Tauschen für mich persönlich ist, habe ich selbst kürzlich erlebt. Ich ging zu einem Kleidertausch, von dem ich auf Basis des Veranstalters und des Ortes annahm, dass es dort überwiegend um Naturmode gehen würde. Tatsächlich aber haben die meisten Leute Kleidung von H&M und ähnlichen Billigproduzenten und überwiegend aus Kunstfasern mitgebracht. Die mitgebrachte Kleidung musste man am Eingang bereits abgeben. Für mich leider ein schlechter Tausch…

Und es gibt auch kritische Betrachtungen zur sogenannten Share Economy wie z.B. dieser Artikel aus dem Magazin der Süddeutschen Zeitung. Zitiert wird darin u.a. Harald Welzer:

„Die Share Economy ist der ökologische Gegenentwurf zum Turbokapitalismus“, „die Kommerzialisierung dessen, was einmal ungeregelte soziale Praxis war. Da ist zu einem riesigen Markt verkommen, was früher als privater Tausch stattfand.“.

Und weiter stellen die Autoren fest: „Gleichzeitig verändert uns die Option, jede noch so windige Abstellkammer an einen australischen Oktoberfestbesucher zu verhökern, ja im Grunde jeden Tag und jede Stunde unser mittelmäßiges Gehalt aufbessern zu können, wenn wir nur gewieft genug sind. Wenn jeder ein potenzieller Anbieter und jeder ein potenzieller Kunde ist, entsteht – so nennt das Sascha Lobo – „ein Plattform-Kapitalismus“. Am Ende sind wir zu berechnenden Wirtschaftssubjekten geworden, beständig auf der Suche nach Gewinnmaximierung, genau wie die Investmentbanker, die wir so gierig finden.“

 

Ich beschäftige mich dennoch weiter mit dem Thema dieses Beitrags (ich bin da ja noch ganz am Anfang und guter Hoffnung, dass es auch positive Aspekte gibt :-)) und sammle hier nach und nach einige Links und Adressen:

Tauschringe, Tauschräume etc.

Offene Bücherschränke

  • Wien, 5., Margaretenplatz
  • Wien, 7., Zieglergasse/ Ecke Westbahnstraße
  • Wien, 8., Josef-Matthias-Hauer-Platz
  • Wien, 16., Grundsteingasse / Ecke Brunnengasse

Foodsharing

Reparaturnetzwerke

 

 

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