Design – Warum das Schöne wichtig ist

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„Beschränke alles auf das Wesentliche, aber entferne nicht die Poesie.“ (Richard R. Powell)

Es geht nicht darum, ob Sinn wichtiger ist als Zweck, Qualität wichtiger ist als Geld. Es geht darum, wie wir beides, den Nutzen und finanzielle sowie andere Rahmenbedingungen sinnvoll und zweckmäßig zusammenbringen.

Es geht um Balance, also sowohl als auch, nicht entweder – oder.

Ich weiß, wir tun alle unser Bestes im Rahmen unserer aktuellen Möglichkeiten.
Und diese Möglichkeiten sind oft schmerzhaft eingeengt.

Finanzielle Rahmenbedingungen sind schon OK. Einen Zeitrahmen anzupeilen auch. Aber zu glauben, dass wir Menschen im Voraus schon gescheiter sind als der lebendige Gestaltungsprozess, überschätzt einfach unsere Fähigkeiten und unsere Macht.

Ich glaube, gerade deshalb ist es wichtig zu entdecken, warum das Schöne wichtig ist – heute mehr denn je. Und warum das Handeln jedes Einzelnen innerhalb von Gemeinschaften wichtig ist.

Der Mensch produziert so viel unnötiges und billiges Zeug, nur um des Verkaufens willen.
Und deshalb vermüllt auch zunehmend unsere Umwelt. Es tut weh, das mitanzusehen.

Was bedeutet das Schöne in IT-Projekten,  Innovationsprojekten und Forschungsprojekten?

Deshalb sind IT-Projekte und Innovationsprojekte und Forschungsprojekte wichtig, denn hier lernen wir, wie das geht, gute Dinge gemeinsam zu gestalten.
Wir gestalten dabei nicht nur unser Produkt. Wir gestalten dabei auch unser Gehirn und unser Zusammenleben.

Deshalb habe ich in meinem Blog über die agile Softwareentwicklung geschrieben:

„Die Sorgfalt bei der Gestaltung von Benutzerschnittstellen unter Berücksichtigung ästhetischer Aspekte ist also nicht einfach als „Kosmetik“ abzutun, sondern dient direkt der Effektivität, Effizienz und Zufriedenheit bei der Verwendung des Systems.“

„Die Wirksamkeit des Entwicklungsprozesses basiert zudem wesentlich auf der Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen und Spielräume für die Entfaltung von Kreativität.“

„Softwareentwicklung ist eine komplexe Aufgabenstellung mit beweglichen Zielen, denn das gemeinsam zu gestaltende „Produkt“ und der Gestaltungsprozess selbst befinden sich dabei in ständiger Veränderung.“

 

„Beschränke alles auf das Wesentliche, aber entferne nicht die Poesie.“ (Richard R. Powell)

Die Dinge, die wir gestalten, sind ein Spiegel unserer selbst.
Wir brauchen nur unsere Produkte anzuschauen und uns zu fragen: „Wie geht’s mir damit?“. Und: „Was brauche ich wirklich?“.

Es geht um mehr Gespür und mehr Klarheit, was wir zutiefst wollen – für uns und für die Gemeinschaft. (Nicht um immer mehr Druck, um noch das Letzte an Effizienz aus uns, den sogenannten „Ressourcen“ herauszuquetschen.)

Es geht darum, angemessene Lösungen zu finden. Sich Zeit zu nehmen dafür. (Nicht darum, die billigste Lösung zu wählen und das möglichst schnell.)

Was bedeutet das Schöne in Unternehmen?

Unternehmen sind lebende Organismen, ob wir es glauben wollen oder nicht. Und sie sind genauso krank oder gesund wie ihre Mitglieder.

Wie auch immer die äußeren Rahmenbedingungen sind, es gibt schon Unternehmen, die einiges anders machen als bisher und damit sicherlich einen wichtigen Beitrag leisten, weil ihre Mitarbeiter gesünder und zufriedener sind und ihre Produkte nützlicher und schöner.

Woran ich oft verzweifle, ist vielleicht nur meine Wahrnehmung der Tatsachen, das ist mir klar. Aber ich habe auch gelernt, dass es sinnvoll ist, dem Zweifel zu vertrauen und ihm Raum und Zeit zu geben.

Oft zeigt sich in Projekten, dass wir an den Stellen noch einmal nachbessern mussten, wo ich von Anfang an das Gefühl hatte, da passt es noch nicht zusammen, da ist es noch nicht stimmig. Und nachbessern müssen wir vor allem dort, wo wir dem Zweifel nicht folgen oder seine Bedeutung noch nicht erkennen. Das ist OK. Wir können nicht alles auf einmal wissen.

Aber um Himmels Willen, nehmen wir uns mehr Zeit, gönnen wir uns mehr Muße(!).
Muße ist die Tugend derer, die allem Zeit lassen, was Zeit braucht. Um zu erkennen, was wirklich wichtig und notwendig ist.
Zeitdruck ist die Qual derer, die glauben, die Zeit und die Umstände und das Leben kontrollieren zu können.

 

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