Angst als hilfreicher Begleiter / Vertrauens-Ressourcen nutzen

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Dieses auf www.lernwelt.at veröffentlichte Interview mit Gerald Hüther möchte ich hier gerne teilen:

https://marilenaberends.de/2020/04/20/47/

Den Inhalt reflektiere ich in diesem Blog-Beitrag mit meinen eigenen Worten anhand meiner eigenen Erfahrungen, vor allem aus meiner täglichen Arbeit in IT-Projekten.

Die erste Begegnung mit einer ungewohnten Situation

Was den Umgang mit Ungewissheit oft so schwierig macht, ist – wie Hr. Bardia Monshi in seinem Video (https://youtu.be/VskrUmahX1o) so schön sagte – ist der Kontrollverlust, den wir in einer schwierigen Situation empfinden: Etwas reißt uns aus dem gewohnten, als sicher empfundenen Alltag heraus. Eine ungewohnte Situation fordert von uns, dass wir innehalten, uns orientieren und eine geeignete Antwort bzw. Lösung finden.

Ein diffuses Gefühl von „Dringlichkeit“ , wie mit (Warnung) (Warnung) (Warnung) im Kopf, erschwert mir dabei oft das Nachdenken. Es fühlt sich dann so an, als ginge es um eine akut bedrohliche Situation (was bei „nüchterner“ Betrachtung meist gar nicht der Fall ist).

Was ich dann erlebe ist die Angst vor der Angst. Ich spüre diese konkret z.B. an

  • der inneren Abwehr („Das darf nicht sein!“) oder
  • übertriebener Sorge („Was wäre, wenn…?“) oder
  • übertriebener Hilfsbereitschaft („Ich muss dem/ der KollegIn unbedingt sofort bei seinem/ ihrem Problem helfen!“

Die Angst als hilfreicher Begleiter

Wenn es mir hingegen gelingt,  die Angst als hilfreichen Begleiter zu erkennen, der mich in die Präsenz hier & jetzt einlädt und alle Sinne schärft, dann finde ich auch einen Weg, die Situation – alleine oder gemeinsam mit anderen – zu bewältigen. Die Gefühle, die sich dann zeigen, sind geprägt von Vertrauen und Zuversicht und auch Wachsamkeit.

Vertrauens-Ressourcen nutzen

Diese Vertrauens-Ressourcen helfen uns dabei, solche Situationen zu bewältigen:

  • Kompetenz: „Ich habe schon andere schwierige Situationen bewältigt.“
  • Beziehungen und gegenseitige Unterstützung: „Gemeinsam werden wir diese Situation bewältigen.“
  • Zuversicht: „Auch diese schwierige Situation wird vorübergehen und es wird wieder leichter werden.“

Das sagt nichts darüber, dass es immer „funktioniert“, denn Erfolg lässt sich nicht machen, aber wir können geeignete Rahmenbedingungen schaffen und zuversichtlich bleiben, dass es „gut“ wird – was auch immer das dann konkret heißt.

Vertrauen ist die Basis. Menschen kommen eigentlich mit einem Urvertrauen auf die Welt. Es ist also alles schon da, was wir brauchen.Wir müssten uns wahrscheinlich nur daran erinnern und einiges wieder „verlernen“, das uns in unserem Leben mit einer „Angst vor der Angst“ geprägt hat. (Das ist vielleicht damit gemeint, wenn weise Menschen sagen, wir müssten wieder „werden wie die Kinder“.)

Beschreibung des Videos auf www.lernwelt.at:

Über den Umgang mit Ungewissheit und Vertrauensverlust
Angst hat vermutlich jede von uns schon einmal empfunden.
Sie ist etwas zutiefst menschliches und sogar überlebensnotwendig.
Und doch versuchen wir sie eher zu meiden.
Aber, wie entsteht sie eigentlich, die Angst? In unserem Kopf?
Was ist mit abstrakten Ängsten, wie der Angst vor Ungewissheit?
Gerade jetzt, in Zeiten von Corona, ein Zustand, der viele von uns beunruhigt.
Was hilft uns mit Ängsten umzugehen?

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